Ein Nachruf auf Peter Liechti.

Er hat mit einer Fackel die Höhle ausgeleuchtet, die wir Dokumentarfilm nennen. Er hat Ecken erhellt, in die vorher wenig Licht gefallen ist. Er hat die Schatten tanzen lassen und wenn er ganz weit weg war und sein Feuer einem Irrlicht glich, hat er gerufen: Kommt hierher, hier ist es interessant. Peter Liechti ist am 4.4. 2014 mit seinem Feuer in der Dunkelheit verschwunden. Seine Filme leuchten in uns nach. Lang lebe seine Kunst.
Knut Karger und Nonfiktionale e.V.


Die Gewinner stehen fest

Die 7. Nonfiktionale ist nach vier spannenden und intensiven Festivaltagen zu Ende gegangen. Rund 1.400 Besucher kamen, um sich 20 Filme aus Deutschland, der Schweiz und Österreich anzusehen und mit den Filmemachern zu diskutieren. Mit dem diesjährigen Motto "Der geliehene Blick" rückten Filme in den Fokus, die sich aus anderen Kontexten stammende Bilder, Töne und Texte einverleiben, um damit neue, eigene Geschichten zu erzählen.

Mit einer stimmungsvollen Preisverleihung endete am 16. März die diesjährige Nonfiktionale. Die Jury - bestehend aus Wiltrud Baier und Sigrun Köhler alias Böller und Brot, Helmut Groschup und Heiner Stadler - hatte zwei Preise zu vergeben.

 


Nonfiktionale Preis der Stadt Bad Aibling

Der Hauptpreis ging dieses Jahr zu gleichen Teilen an zwei Filme: "Shoot Me" von Narges Kalhor und Benedikt Schwarzer und "Brinkmanns Zorn" von Harald Bergmann.


Jurybegründung zu "Shoot Me":
Ein Film, der beweist, dass Zensur keine Grenzen kennt. Mit unterschiedlichsten cineastischen Mitteln wird unter misteriösen Umständen versucht, darzustellen, wie weit der Arm des Regimes in Teheran reicht. Ein berührendes Dokument von Angst und Verfolgung.

Jurybegründung zu "Brinkmanns Zorn":
Das Genre, in das „Brinkmanns Zorn“ einzuordnen wäre, muss noch erfunden werden. Oder der Film erfindet es ganz allein für sich. Die Grenzen zwischen fiktionalem und dokumentarischem Erzählen spielen keine Rolle. Und selbst der Ton, auf dem die ganze Geschichte basiert, ist nicht einfach nur Sprache, sondern Ausdruck von Stilwillen auf höchstem Niveau. Harald Bergmann tritt nicht in Konkurrenz zu Rolf Brinkmann. Er tut das einzig Richtige: Er begibt sich filmisch auf das Niveau der Töne.


AVID Schnittpreis

Der von AVID gesponserte Schnittpreis in Form eines Media Composer 7 mit Symphony Option ging an den Film "Kwa Heri Mandima" von Robert-Jan Lacombe.


Jurybegründung:
Mit wenigen Fotos und einer einzigen Videosequenz gelingt dem Regiseur ein minimalistischer Film im besten Sinne: Fein montiert, keine Einstellung zuviel, kein Ton überflüssig – ein persönlicher, ein politischer, ein ergreifender Film.

Der Film mit den wenigsten Schnitten im ganzen Wettbewerb des Festivals erhält den AVID-Schnittpreis 2014: "Kwa Heri Mandima" von Robert-Jan Lacombe.


Bürgerpreis

Ein weiterer Preis wurde von einer dreiköpfigen Schülerjury des Gymnasiums Bad Aibling vergeben. Shila Ibrahimi, Daniel Busse und Stefan Wallner verliehen den von der Familie Rockstroh gestifteten Bürgerpreis  in Höhe von 500,- Euro dem Film "Klänge des Verschweigens" von Klaus Stanjek.