Filmeinreichungen ab sofort möglich!

Das Motto der 12. Nonfiktionale lautet echt wahr?!. Nähere Informationen zur Filmeinreichung finden Sie hier.

Unter dem Motto echt wahr?! rückt die Nonfiktionale 2019 das Verhältnis von Dokumentarfilm und Wahrheit in den Fokus. Worin besteht der Wahrheitsgehalt in dokumentarischen Filmen, was kennzeichnet ihn, und wie wird er hergestellt?

Die Vorstellung, dass Dokumentarfilm eine objektive Wirklichkeit abbildet, ist eine Illusion. Dennoch geht es bei dem Genre immer um die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit und, in der Regel, um den Versuch einer wahrhaftigen Erzählung. In der Umsetzung führt der Weg in unterschiedliche Richtungen. Wie viel erzählerische bzw. gestalterische Freiheit ist erlaubt, wie viel ist notwendig, um sich der Wahrheit zu nähern? Wie geht man filmisch damit um, wenn man mit gegenläufigen Wahrheiten oder Lügen konfrontiert wird? Wie wird die Authentizität bzw. Glaubwürdigkeit dokumentarischer Erzählungen begründet? Und wie kann sie unterlaufen werden?

Mit unserem Motto suchen wir Filme, für die die Diskussion des Wahrheitsgehalts von zentraler Bedeutung ist. Dabei spannt sich der Bogen vom investigativen Zugang über die Einordnung konträrer Positionen bis hin zu mit der Fiktion flirtenden dokumentarischen Grenzgängen.

 


Die Preisträger 2018

Mit einer feierlichen Preisverleihung ging am Sonntag, dem 11.03.2018 die 11. Nonfiktionale zu Ende. Die Jury bestehenden aus der Editorin Anne Fabini; der Leiterin der Dokumentarfilminitiative Köln, Petra L. Schmitz und dem Filmemacher Rainer Frimmel vergab zwei Preise: Zum einen den Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling und zum anderen den AVID-Schnittpreis. Darüber hinaus vergab die Schülerjury des Gymnasium Bad Aibling bestehend aus Johanna Eberlein, Johanna Huber und Daniel Hetzer den Bürgerpreis.


Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling

Den mit 2.000,- Euro dotierte Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling erhielt Sebastian Winkels für seinen Film "Talking Money".

 

Jurybegründung

Was wird das für ein Film, der sich von vornherein auf eine Kameraeinstellung reduziert und auf einen Ort?

Mit Talking Money zeichnen wir einen Film aus, der in einem analytischen Zugriff das Thema „Geld als soziale Kategorie“ setzt und weltweit Banken als Orte des Aushandelns der finanziellen Existenz identifiziert. Filmisch entfaltet sich dann vor unseren Augen ein Kaleidoskop von Mimik und Gesten, ein Spiel von Täuschungen und Selbstdarstellung - oft komisch und erstaunlich, immer gefärbt durch Wiedererkennen. 

Der Zufall als Generator der schönsten dokumentarischen Momente in einer Zeit, wo Auftraggeber und Filmförderer zunehmend Kontrolle über Dokumentarfilme durch vorherige Festlegung einfordern.

 

Wiederholung des Preisträgerfilms am Donnerstag, dem 15.3.18 um 19:30 Uhr.


Lobende Erwähnung

Eine lobende Erwähnung sprach die Jury dem Film "Comeback" von Maximilian Plettau aus.

 

Jurybegründung

Eine lobende Erwähnung möchten wir einem Film aussprechen, der uns durch seine kraftvollen, rohen Bilder und seine Direktheit in den Bann gezogen hat. In dem Film Comeback verfolgen der Filmemacher Maximilian Plettau und der Boxer Jürgen Hartenstein mit hohem Risiko und großem Mut ein Ziel, dessen Ausgang für beide ungewiss ist.

Ein Sieg ist eine Reihe von Niederlagen. Der König unserer Herzen ist Jürgen „The Rock“.


AVID Schnittpreis

Den AVID Schnittpreis in Form einer Media Composer Software erhielt der Film "Fahrtwind" von Bernadette Weigel.

 

Jurybegründung

Zuerst fällt der Blick der Filmemacherin auf ihre eigenen Füße, die sich bewegen, sie forttragen wollen. Und bald schon setzt sie sich in Bewegung. Sie macht sich auf eine Reise ins Unbekannte und sammelt Bilder, die sich zu Vignetten verdichten. Die Schönheit der Fremde wird mit dem Herzschlag der Reisenden unterlegt und es entsteht ein Filmrausch, der spielerisch Bild- und Klangwelten dokumentiert, die gleichermaßen authentische Wiedergabe wie innerliche Erfahrung sind. 

Assoziierende Montage, Rhythmuswechsel und immer wieder der Blick auf die eigenen Füße in wechselnder Umgebung ergeben einen poetisch- subjektiven Reisebericht, dessen Faszination sich der Zuschauer nicht mehr entziehen mag. Der AVID-Schnittpreis des Festivals geht an Fahrtwind von Bernadette Weigel. 


Bürgerpreis

Den von Aiblinger Bürgern gestiftete Bürgerpreis in Höhe von 750,- Euro ging ebenfalls an "Talking Money" von Sebastian Winkels.

 

Jurybegründung

Der Film behandelt, auf eine ganz eigene Weise, ein zeitloses, weltumspannendes Thema: Geld. Jeder kann sich damit identifizieren. „Talking Money“ geht nicht nur tief in persönliche Geschichten rein, sondern entfaltet über die Gestik und Mimik der Protagonisten auch Humor und Witz. Nicht zuletzt dadurch trifft der Film das diesjährige Motto der Nonfiktionale auf den Punkt.