Preisträger 2012

Nonfiktionale Preis der Stadt Bad Aibling

Mit einer Preisgala endete am 18. März die 5. Nonfiktionale – das Festival des dokumentarischen Films in Bad Aibling. Insgesamt wurden drei Preise vergeben. Der Hauptpreis ging an die österreichische Filmemacherin Eva Eckert für ihren Film EISENWURZEN (DAS MUSICAL).

Jurybegründung:
Wie die Brüder Grimm sammelt Eva Eckert Moritaten, Legenden und derbe Liebesgeschichten aus der gleichnamigen österreichischen Gegend um sie für spätere Zeiten zu erhalten. Da ist der Film tatsächlich eine Schatzkiste, in der Dinge und Menschen, die die Zeit wegrafft, erhalten bleiben. Wir entdecken staunend eine unbekannte Musikwelt: jenseits der im Fernsehen präsentierten Volksliedidiotie, die so viel direkter, abgründiger und lustiger ist, als wir es uns vorstellen konnten. Und wer schafft es heute noch gemeinsam singend alt zu werden?


ARRI-Lightning Preis

Den von der Firma ARRI LIGHTING gestifteten Lichtkoffer erhielt Lesia Kordonets für ihren Film DIE NAMENLOSEN.

Jurybegründung:
Lesia Kordonets montiert in ihrem Film zwei Handwerke zusammen: das des Schuhmachers mit dem des Chirurgen. Erschreckt können wir zuschauen, dass die Reparaturen am Kopf und am Schuh einiges miteinander gemeinsam haben. Dann aber führt der Film, der in der Ukraine spielt, aber ein Überall erzählt, hin zum Geistigen und Eigentlichen, dass den Menschen ausmacht: seine Hoffnung, sein Erdulden von Schmerz, sein Bewusstsein. Das Geistige des Menschen darf nicht preisgegeben werden und bleibt am Ende geschützt.

 

Bürgerpreis

Einen weiteren Preis verlieh die Schülerjury des Gymnasiums Bad Aibling: der von Bürgern der Stadt Bad Aibling gestiftete Bürgerpreis in Höhe von 500.- Euro ging an den Film THE GREEN WAVE von Ali Samadi Ahadi.

Jurybegründung:
THE GREEN WAVE zeigt ganz unmittelbar und direkt die Brutalität des iranischen Regimes und die Auswirkungen auf die Menschen. Der Film wirkt wie ein Hilfeschrei, der emotional aufrüttelt und gleichzeitig unser eigenes Leben in Frage stellt. Wir wünschen uns, dass viele Menschen diesen Film sehen und sich damit auseinandersetzen – wie wir. Denn uns lässt er nicht mehr los.