Fr, 16. März, 22.30 Uhr


D 2011, 48 Minuten, OmU

Regie, Konzept, Produktion, Vertrieb, Schnitt: Bernd Schoch
Kamera, Ton: Marco Kugel, Simon Quack
Schnitt: Simon Quack
Mischung: Erik Mischijew
Musik. Schlippenbach Trio


Bernd Schochs Film "Aber das Wort Hund bellt ja nicht" ist ein Jazzfilm und der gelungene Versuch Tonkunst sichtbar zu machen. Das Schlippenbach Trio spielt seit über 40 Jahren in der gleichen Formation und hat Freejazzgeschichte geschrieben. In einem Zeitraum von vier Jahren gedreht, widmet der Film jedem Musiker eine Sequenz, die durch Kommentare der Altmeister und Bilder „on the road“ verbunden ist. Der Film "verengt den Raum, dehnt die Zeit, und ermöglicht dadurch eine intensive Kino-Erfahrung mit dem Free Jazz des Schlippenbach-Trios. Und plötzlich wird das Unsichtbare hörbar und das Fragment gleichbedeutend mit dem Ganzen. Dieser Film ist mehr als ein Musikerportrait. Es ist auch ein Film, der auf radikale Weise von der Übersetzung, der Neuerfindung von Wirklichkeit im Dokumentarfilm handelt.", heißt es in der Begründung der Jury als Bernd Schoch den ARTE-Dokumentarfilmpreis Im Rahmen der 35. Duisburger Filmwoche erhält.


Ein Hinterhof irgendwo mitten in Istanbul. Vom Balkon des Filmemachers Lars Kreyßig aus blickt man auf Hausfassaden, Parkplätze, Straßen, Bäume. Die Kamera fängt flüchtige Momente ein und setzt den nächtlichen Alltag im Hinterhof bühnenreif in Szene. Eine rotgekleidete Frau taucht am Fenster auf und zieht den Vorhang zu. Hat sie Herrenbesuch? Ein Mann auf der Straße lässt zwei Tüten im Müllcontainer verschwinden. Hat er etwas zu verbergen? Die Melodramen, Thriller und Filmgedichte, die sich ersinnen lassen, finden allein im Kopf des Betrachters statt. Zuweilen fühlt man sich wie der Protagonist aus Hitchcocks Fenster zum Hof und muss zusehen, wie die Phantasie üppige, bunte Blüten treibt. Unterdessen bleibt die Stadt, auch wenn man sie nicht unmittelbar wahrnimmt, immer präsent. Eine atmosphärisch dichte filmische Miniatur, die einen kleinen Kosmos an Geschichten birgt.


Berlin ganz groß! So macht die Hauptstadt Werbung für sich. Dieser Film zeigt Berlin im Kleinen und ist dabei Collage und Hommage in einem. Noemi Schneider und Christiane Schmidt schaffen es auf ihrer filmischen Stadtrundfahrt ein ganz eigenes künstlerisches Bild der einzigen deutschen Weltstadt zu zeichnen. In feinfühlig beobachteten Momentaufnahmen und eigenwillig poetischen Bildern führen sie den Zuschauer in einem Reigen durch ihr – kleingeschriebenes – berlin und treffen dabei den Charakter der Metropole. Die bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt ziehen an einem nonchalant vorbei und erinnern den Zuschauer nur kurz daran, wo er sich befindet - was aber bleibt ist das Gefühl von einer und für eine Stadt. „Millionen Lieder sind erklungen für Dich – Berlin“, heißt es in einem Gassenhauer am Anfang des Films. Mit berlin gelang Noemi Schneider und Christiane Schmidt sogar eine kleine Sinfonie...


 Stadtlandschaft meets Seelenlandschaft. Über einen Zeitraum von 15 Jahren hat Thomas Imbach aus dem Fenster seines Züricher Ateliers gefilmt: den rauchenden Schlot, der die Silhouette der Stadt durchschneidet, das Industriegebiet vor seiner Haustür, Wolken, eine vorbeieilende junge Frau, brennende Autos. So entsteht ein bildmächtiges Landschaftsporträt, das nie zum Stillstand kommt. Tage und Nächte lösen einander ab, dramatische Wolken weichen einem knallblauen Sommerhimmel, der Fabrikschlot tritt in den Schatten eines riesigen Hochglanz-Büroturms. Parallel dazu hört man Menschen, die auf Imbachs Anrufbeantworter sprechen. Aus dem anfänglichen Stimmengewirr schälen sich allmählich Geschichten heraus. Neben Geburtstagsglückwünschen und Essenseinladungen geht es um Erfolg und Misserfolg, um werdende und vergehende Liebe, Geburt und Tod. Nie hebt der Mann hinter der Kamera den Hörer ab. Stattdessen lässt er mit den Anrufen über Bande ein semifiktives (Selbst-)Porträt entstehen. Ein Essayfilm über die Schönheit der Welt vor unserem Fenster, über das Vergehen der Zeit und über das, was den Menschen ausmacht.


Mit Urlaubsidylle wirbt die brandenburgische Gemeinde Potzlow. Doch seit dem 13. Juli 2002 geht ein tiefer Riss durch die heile Welt. Die beiden Brüder Marco und Marcel Schönfeld sowie ihr Bekannter Sebastian Fink malträtierten und töteten den 16-jährigen Marinus Schöberl durch einen „Bordsteinkick“. Alle schnell bei der Hand liegenden Erklärungsmuster greifen zu kurz. Andres Veiel hat zusammen mit der Dramaturgin Gesine Schmidt aus Gesprächen mit Betroffenen und Mitbürgern sowie aus Vernehmungsprotokollen und Gerichtsunterlagen eine Textcollage entworfen, die das Ungeheuerliche in den Griff zu bekommen versucht. Daraus ist zuerst ein Theaterstück, dann dieser Film entstanden. Zwei schwarz gekleidete Schauspieler stehen in einer kargen Gewerbehalle und schlüpfen mittels Mimik, Gestik und Ausdrucksweise in fast 20 unterschiedliche Rollen. Das Publikum findet sich in einem Dickicht widerstreitender Aussagen, Interpretationen und Emotionen wieder. Statt vereinfachende Erklärungsmuster zu konstruieren, wirft der Film Fragen auf, die über den Einzelfall hinausgehen. Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt.


 Der Taktstock ist zunächst ein Film über den Gustav-Mahler-Wettbewerb. Junge Dirigenten aus aller Welt treten in einem Wettkampf gegeneinander an, an dessen Ende ein Wettbewerbssieger steht. Soweit ein klassisches Sujet für einen Dokumentarfilm. Doch der Taktstock von Michael Wende schlägt vom ersten Schnitt an Haken, spielt mit den Sehgewohnheiten des Zusehers und unterschiedlichsten filmischen Mitteln und das auf allen Ebenen. Der Taktstock ist rasant, witzig und ohne Respekt vor altbackenen Regeln der Dokumentarfilmkunst geschnitten. Videoclipästhetik und Bildeffekte werden neben klassischen Interviews oder Sequenzen  beobachtender Kamera eingesetzt. Als „Experte“ führt  ein eigenwilliger Taktstockmacher (gesprochen von Herbert Feuerstein) durch den Film. Michael Wende gelingt  der schwierige Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Unterhaltung. Klassik- und Filmliebhaber kommen schließlich selten genug gemeinsam auf ihre Kosten.


Auf dem OP- Tisch liegt ein Mensch. Sein Gehirn wird repariert. Leidenschaftslos und routiniert wie Handwerker verrichten die Chirurgen ihre Handgriffe. Die Persönlichkeit des Kranken ist für ihre Arbeit unwichtig.
In ihrem Film- Tryptichon erforscht Lesia Kordonets die Grenzen des Mensch- Seins in dieser Extremsituation. Collagenartig kontrastiert sie den nüchternen OP- Alltag mit den namenlosen Stimmen der Operierten. Was bedeutet es, ein Patient zu sein? Man gibt das Bewusstsein unter der Narkose auf und wird zum ausgelieferten Objekt. Was bleibt, wenn sich der Geist vom Körper löst? Ein Film über die Grenzen der Selbstbestimmung.


DIENSTAG und ein bißchen mittwoch

(Junge doks)

Do, 15. März, 11.00 Uhr


D 2007, 40 Minuten, OmU

Buch und Regie:
Susanne Mi-Son Quester
Darstellerin: Suzie Kang
Kamera: Mieko Azuma
Schnitt: Susanne Quester und
René Arnold
Ton: Yun-Hee Choi
Produktion: HFF München, mandarinenfilmproduktion


Ein Schultag ist eine Zeiteinheit für sich. Susanne Mi-Son Questers Film dokumentiert dies auf eine sehr eigene, eindrückliche Weise. Er protokolliert den Schul(all)tag der 17 jährigen Schülerin Suzie an einer südkoreanischen Mädchenschule – und ein bisschen mehr.  Der Film ist strukturiert durch einen schablonenhaften Stundenplan, aber auch durch die Träume und Sehnsüchte der Protagonistin. Aus dem uniformierten Alltag dringen unausgesprochene Fragen nach dem Ich, nach dem Was noch und dem Was dann? Dieser diskrete Blick hinter die Fassade des aus mitteleuropäischer Sicht fremden, bisweilen auch befremdlichen Schulsystems eröffnet Zugänge zum individuell durchlebten wie auch zum immer gleichen Schülerinnendasein: dem täglichen Umgang mit allmorgendlicher Müdigkeit, allzu routinierten Lehrern und verschulten Ritualen. Ein Schultag scheint sich hier wie da, damals wie heute nur graduell zu unterscheiden. Ein Kreislauf, ein Kosmos, ein Zeitmaß für sich.


In ihren Liedern geht es um Wilderer und Bergleute, um abgestochene Schweine und menschliche Blutrünstigkeit. Die Menschen in der alten österreichischen Eisenindustriezone Eisenwurzen haben Volkslieder von jeher als Kommunikationsmittel genutzt. Auch heute noch sind die "Waldandacht", das "Saustecherlied" oder das Lied vom "Schwarzern Kohlführerbuam" dort nicht in Vergessenheit geraten. Jenseits von allem fernsehgerechten Schunkelschmonz  lässt Eva Eckerts Film Lieder wiederauferstehen, die von einer anderen Zeit und einer anderen Identität erzählen. Lieder, die Zweideutigkeiten und Derbheiten zulassen, aber auch von der engen Verbundenheit mit der Arbeit im Bergbau zeugen. Die Orte, an denen die Sängerinnen und Sänger ihre gesungenen und gejodelten Geschichten vortragen, sind erkennbar arrangiert und wirken dennoch authentisch. Eisenwurzen ist vielleicht nicht so sehr ein Musical als vielmehr der Blues einer vergangenen Epoche.


Der Film erzählt die abenteuerliche Geschichte der 26jährigen Industriellentochter Clärenore Stinnes, die 1927 als erste Frau mit einem Automobil die Welt umrunden will. Ohne finanzielle Unterstützung ihrer Eltern und gegen alle Widerstände und Schwierigkeiten wagt sie dieses strapaziöse und sogar lebensgefährliche Abenteuer. Vom vierköpfigen Weltumrundungs- Team brechen zwei die Expedition vorzeitig ab. Allein mit dem dänischen Kameramann Carl- Axel Söderström, der die Unternehmung dokumentiert, setzt sie die Reise fort. Das von ihm gedrehte Originalmaterial wird mit eindrücklich inszenierten Spielszenen gepaart. Der Film zeichnet so das Bild einer willensstarken jungen Frau und einer besonderen Freundschaft.


„1883: Man trägt Bart oder Korsett. Niemand kann fliegen. Es gibt kein Radio, kein Fernsehen, kein Kino. Der Krakatau bricht aus. Karl Marx und das letzte Quagga sterben.“ So lässt graue Vergangenheit sich also auch erzählen. 1883 ist aber zufällig auch das Jahr, in dem Frida, die Urgroßmutter der Regisseurin, das Licht der Welt erblickt. In einer liebevoll- ironischen achtminütigen Bildercollage flaniert Meike Fehre durch die "große" Weltgeschichte und die "kleine" Geschichte der eigenen Familie, indem sie sich am wechselvollen Leben ihrer eigensinnigen Uroma entlanghangelt. Erinnerungen an unerfüllte Liebesangelegenheiten und an die beiden Weltkriege gehen dabei nahezu fließend ineinander über. Im Legetrick-Verfahren werden alte Fotos, Zeichnungen und Dokumente auf überaus kreative und unterhaltsame Weise montiert. Und ehe man sich als Zuschauer versieht, ist Uroma Frida 91 Jahre alt und dieser ausnehmend charmante Kurzfilm leider schon zu Ende.


Von den indischen, ägyptischen, pakistanischen und türkischen Zeitungskolporteuren in ihren gelb-roten Uniformen. Von ihrer Mission "Keep Smiling! Keep Selling!". Von der grausamen Regelmäßigkeit des Wiener Alltags und der täglichen Zeitung. Von Hinterzimmermoscheen, vom österreichischen Wohnzimmer und den Löchern, in denen die Kolporteure hausen. Von den versklavten Zeitungshändlern und ihren Kontrolleuren, von guten Nachrichten, von Ausländern, die sie an der Ecke verkaufen. Von kleinen Tieren, kleinen Wohnungen, von kleinen Leuten und kleinen Geschichten. Von der Normalität an den Rändern der Gesellschaft. Davon handelt das heftig diskutierte Kinofilmdebüt des berühmten österreichischen Filmemachers Ulrich Seidl. "Mit solcher Konsequenz, mit solchem Stilwillen hat noch selten jemand im Film die furchtbare Regelmäßigkeit des Alltags, den Wahnsinn der Normalität gezeigt. Das Alltägliche, das durch Gewohnheit unsichtbar geworden war, wird zu einem Abgrund, in den man hineinschaut." (Werner Herzog)


You're free to go now wherever you want" heißt es in einem der Filmsongs. Die Protagonisten dieser wunderbaren semidokumentarischen Tragikomödie haben sich diese Freiheit genommen und sind in Indien oder Thailand gelandet. Fast alle sind sie unterwegs zu sich selbst, wenn auch auf ganz unterschiedlichen Wegen. Die beiden jungen Briten Joshua und Adam suchen den Kick bei exzessiven Raves unter freiem Himmel. Marion hofft in einem Meditationsdorado für Sinnsuchende genug Seelenruhe zu finden, um über ihre kriselnde Beziehung nachzudenken. Der Ire Liam begibt sich, fernab der üblichen Touristenpfade, auf eine Reise durch das "echte" Indien – und will letztlich doch nur vor seiner ungewollten Vaterschaft fliehen. Svenjas Suche hingegen scheint sehr viel profaner. Sie bemüht sich lediglich um einen Anschlussflug nach Schanghai, der aber an den Englischkenntnissen des Mitarbeiters im örtlichen Reisebüro zu scheitern droht. Im Lauf der zahlreichen Telefonate entspinnt sich fast so etwas wie eine Liebesbeziehung.


Ein sehr origineller griechischer Reporter nimmt uns mit in sein Heimatland und ins Reich der modernen griechischen Mythologie. Er ist auf der Suche nach den Kamakia, jenen sagenumwobenen griechischen Liebhabern aus dem Zeitalter des frühen Massentourismus der 60er Jahre. Scharen freizügiger Nordeuropäerinnen hatten damals bei ihren streng katholischen Gastgebern einen Kulturschock ganz eigener Art ausgelöst und die „Helden der Insel“ auf den Plan gerufen. Doch gibt es sie noch heute? Was ist das Geheimnis ihrer legendären Manneskraft? Obwohl die Einheimischen dem engagierten Reporter Kosta Rapadopoulos bereitwillig Auskunft geben, stellt er bald fest, dass er tiefer bohren muss um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen ...   


Was früher der Wilde Westen war, ist heute der Weltraum. In seine unendlichen Weiten werden Traumbilder projiziert, die keinen rechten Platz mehr haben auf der rundum erschlossenen Erde. Die deutsche Science Fiction hat ihren eigenen Botschafter im All: Perry Rhodan, den Titelhelden der legendären Heftromanserie. Am 8. September 1961 erschien Heft Nummer 1 von „Perry Rhodan. Der Erbe des Universums“ und schlug in Deutschland ein wie ein Komet. Der Film portraitiert die Macher, die Leser und das faszinierende Drumherum der Serie. Es gibt eine eingeschworene Fangemeinde vom älteren Sammler bis hin zum Schulkind mit frappierendem Fachwissen und leidenschaftliche Autoren, für die Perry Rhodan nicht nur Beruf, sondern Teil des eigenen Lebens ist. Der Film findet außergewöhnliche Drehorte, an denen die Verbindung von Fantastischem und Realem spürbar wird. Er hat Science Fiction nicht nur zum Thema, sondern findet auch hier auf der Erde Menschen und Situationen „wie von einem anderen Stern“.


„Kolumbus hat die Ureinwohner damals auch nicht verstanden.“ Mit der Haltung des interessierten Fremden, der kein Verständnis heuchelt, wo kein Verständnis herrscht, nähert Thomas Heise sich der indigenen Gemeinschaft der Kollas von Tinkunaku, im Nordwesten Argentiniens. Die Lebensbedingungen auf dreieinhalbtausend Meter Höhe sind karg. Die Menschen leben hier mit den Jahreszeiten, der ehrfurchtgebietenden Natur und überlieferten Traditionen. Lehmziegel werden gebrannt, Stiere kastriert, Mais gemahlen. Gesprochen wird vor der Kamera wenig, und das was gesagt wird, bleibt im Film unübersetzt und damit fremd. Die Begegnung zwischen uns und den Protagonisten beschränkt sich auf die Bilder, die weder von einem Kommentar noch von Interviews auf eine Bedeutung reduziert werden. Diese Bilder sind wunderbar anzusehen, doch sie entwerfen kein behütetes Paradies, sondern einen im Wandel begriffenen, infrage gestellten, fragilen Lebensraum.


Im Juni 2009 fanden im Iran Präsidentschaftswahlen statt. Nachdem Präsident Mahmud Ahmadineschad in seinem Amt betätigt war, wurden mehr und mehr Stimmen im Volk laut, die hinter der Wahl eine Manipulation vermuteten – es kam zu Protesten und Ausschreitungen, die von den staatlichen Milizen mit Gewalt und Terror unterbunden wurden. Der Versuch einer Chronik der sogenannten Grünen Revolution ist das Thema dieses Films, der mit Collageartig verknüpften Motion-Comicsequenzen arbeitet. Die dramatischen Geschehnisse um die Protestbewegung und die Gefühle der überwiegend jungen Menschen hinter der Opposition im Iran stehen im Fokus dieses Films. Dabei arbeitet der Regisseur mit allen ihm zur Verfügung stehenden Quellen der Gegenwart. Zitiert werden u.a. Internettagebücher, Blogs, Handyvideos, Twitter- und Facebooknachrichten. Es entsteht eine mutige Collage des Protests, ein Plädoyer für Demokratie und Zivilcourage.


Als ein Autounfall während der Schwangerschaft ihnen die Endlichkeit des Lebens vor Augen führt, wird den Filmemachern Marie-Catherine Theiler und Jan Peters plötzlich klar, dass ihr Leben völlig falsch getaktet ist. Sie verbringen zu viel wertvolle Zeit damit, von einer Verabredung zur nächsten zu hetzen und sich Deadline um Deadline zu setzen. Sie beschließen, ihr Leben zu entschleunigen. Aber wie? Auf einer komischen Odyssee von einem Zeitexperten zum nächsten, stellen Marie-Catherine und Jan genau die Fragen, auf die die meisten von uns gern eine Antwort hätten. Bis ihr Kind auf die Welt kommt, setzt das Regisseurenpaar alle Hebel in Bewegung und untersucht mit Witz und Ironie, wie die heutige Gesellschaft und vor allem sie selbst mit „ihrer“ Zeit umgehen.