Die Nonfiktionale zieht Bilanz

Die 6. Nonfiktionale ist nach vier spannenden und intensiven Festivaltagen zu Ende gegangen. Ca. 1.500 Besucher kamen, um sich 13 Filme aus Deutschland, der Schweiz und Österreich anzusehen und mit den Filmemachern zu diskutieren. Das Motto "Mechanik der Welt" lenkte den Blick auf gesellschaftliche, politische und ökonomische Zusammenhänge.

Mit einer feierlichen Preisverleihung endete am 10. März 2013 die Nonfiktionale. Die dreiköpfige Jury bestehend aus Cristina Nord, Wolfgang Landgraeber und Werner Schweizer hatte zwei Preise vergeben.


Nonfiktionale Preis der Stadt Bad Aibling

Der Hauptpreis ging an den Film RAISING RESISTANCE von Bettina Borgfeld und David Bernet.


Jurybegründung:

"Der Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling geht in diesem Jahr an RAISING RESISTANCE von Bettina Borgfeld und David Bernet. Der Film erzählt die Geschichte eines paraguayischen Kleinbauern, der zum Aktivisten gegen den Anbau von genmanipuliertem Soja wird. Der Film beschreibt nicht nur die komplexe Mechanik der industriellen Lebensmittelproduktion, sondern zeigt auch, dass persönlicher Mut und gemeinsamer Widerstand in der Lage ist, übermächtig erscheinende Wirtschaftsinteressen zu begegnen. Dem Film gelingt es, das Schicksal von Gerónimo Arevalos mit der Thematik einer umweltvernichtenden, industrialisierten Landwirtschaft zu verknüpfen, ohne dabei zu belehren oder dem Publikum ein Werturteil aufzuzwängen."


ARRI-Kamera Preis

Den von ARRI Lighting Solutions gestiftete Lichtkoffer erhielt Attila Boa, der Kameramann des Films DAS VENEDIG PRINZIP.


Jurybegründung:

"Den Preis für die besonders gelungene visuelle Gestaltung erhält DAS VENEDIG PRINZIP von Andreas Pichler. Dem Kameramann Attila Boa gelingt es, der zu Tode fotografierten Stadt Venedig neue und überraschende Perspektiven abzugewinnen - weit jenseits der touristischen Bilderwelten. In der Lagunenstadt stimmen die Proportionen nicht mehr, die Zahl der Touristen übersteigt die Zahl der Einwohner bei weitem, die Infrastruktur stirbt und die Kamera findet dafür stimmige Bilder: zum Beispiel in den Ansichten der Kreuzfahrtriesen, die Palazzi und Rundbögen überragen. Ihre Hörner intonieren ein Requiem auf eine der schönsten Städte der Welt."


Bürgerpreis

Ein weiterer Preis wurde von einer dreiköpfigen Schülerjury des Gymnasiums Bad Aibling vergeben. Daniel Busse, Markus Hauser und Philipp Thurmaier verliehen den von der Familie Rockstroh gestifteten Bürgerpreis dem Film SAN AGUSTÍN - EBBE IM PLASTIKMEER von Gudrun Gruber, Alexander Hick und Michael Schmitt.


Jurybegründung:

"Der Film "San Agustín - Ebbe im Plastikmeer" zeigt die Menschen, die hinter der industriellen Produktion unseres täglichen Gemüses stehen. Ganz Europa bedient sich in dieser gigantischen spanischen Gemüsefabrik, ohne über die Produktionsbedingungen nachzudenken. Der Film besticht durch die Glaubwürdigkeit der Protagonisten, denen man außergewöhnlich nahe kommt. Dennoch drängt er sich dem Zuschauer nie auf. Außerdem gelingt es den Filmemachern Michael Schmitt, Gudrun Gruber und Alexander Hick das Thema mit einer gewissen Leichtigkeit anzugehen, ohne die Ernsthaftigkeit zu verraten."