Filmprogramm Junge Doks

Mit unserem Filmprogramm "Junge Doks" möchten wir vor allem Schüler und Jugendliche ansprechen und ihnen nach jeder Filmvorführung Gelegenheit zu einem Dialog mit den Filmemachern geben.


Do, 16. März, 10.30 Uhr


D/Belgien 2012, 76 Minuten, OmU

Regie: Andy Wolff

Kamera: Andy Wolff, Tobias Tempel, Yusuf Guul

Montage: Ulrike Tortora, Michèle Hubinon

Musik: Sebastian Zenke

Produktion:  Brockhaus/Wolff, Mans Films Productions

Redaktion: Jutta Krug (WDR), Claudia Gladziejewski (BR)


Ein provisorisches Piratencamp in der somalischen Wüste und eine psychosomatische Klinik in Deutschland. An diesen voneinander so weit entfernten Orten treffen wir zwei Männer: den wortgewandten Piratenchef Ahado und den traumatisierten deutschen Kapitän Krzysztof Kotiuk. Nach und nach erfahren wir die Einzelheiten der erschütternden vier Monate, die sie gemeinsam als Geiselnehmer und Gefangener auf dem Containerschiff Hansa Stavanger verbracht haben. Während dieser Zeit entwickelte sich eine ungewöhnliche Beziehung, die von Ängsten, Zwängen und Interessen, aber auch von gegenseitigem Respekt bestimmt war. Die Entscheidungen des Kapitäns in dieser extremen Situation führten zu einem Vertrauensbruch mit der eigenen Mannschaft. Der Film zeichnet ein Bild der Ereignisse, indem er die Erinnerungen der beiden ungleichen Männer zusammenführt. Entstanden ist ein spektakulärer Film. Neben den seltenen Einblicken in die Denk- und Lebensweise eines modernen Piraten offenbart er zugleich die innere Zerrissenheit des Kapitäns, der noch immer eine Geisel der Ereignisse ist, die ihn seinen Ruf, seinen Job und seine Gesundheit gekostet haben.

 

Webseite/Trailer zum Film


Preise:
Spezialpreis der Jury, Millenium Film Festival Brüssel 2013; Preis der Jugendjury, DOK Leipzig 2012; Preis der DEFA-Stiftung, Max Ophüls Preis 2013; FFF-Förderpreis Dokumentarfilm, DOK.fest München 2013; Bester Film, Cebu International Documentary Film Festival 2013; Bester Dokumentarfilm, Zagreb International Film Festival 2013; Bestes Drehbuch, Kinofest Lünen 2013; Bester Schnitt, Deutscher Kamerapreis 2014

Hier: Menschen, die getötet haben; dort: Opferfamilien, die unendlichem Schmerz ausgesetzt sind. Eine angemessene Form der Bestrafung zu finden, ist Aufgabe der Justiz. Den Angehörigen bleiben die Verzweiflung sowie der Wunsch nach Vergeltung. Dass beide Seiten keinen wirklichen Frieden finden können, ist Teil dieser Logik. Doch was würde sich ändern, wenn Täter und Opfer sich gegenüberstünden? Würde die Ungeheuerlichkeit der Tat in ein anderes Licht  gerückt – oder gar so etwas wie Vergebung möglich? "Beyond Punishment" begibt sich auf die Suche nach solch fundamentalen Fragen, indem er die Geschichte von Leola, Lisa und Sean (USA), von Erik und Stiva (Norwegen) und von Patrick und Manfred (Deutschland) erzählt. In allen drei Geschichten hat ein Mord die Beteiligten gezwungen, für sich eine Haltung zu Schuld und Sühne zu finden. Die Rolle des Regisseurs geht dabei über eine reine Beobachterposition hinaus. Vielmehr initiiert er die Konfrontation der beiden Seiten und macht dabei deutlich, wie schwierig und vom Scheitern bedroht ein solcher Dialog ist.

 

Webseite/Trailer zum Film: www.beyondpunishment.de