Der neue Festivaltermin steht: Die 12. Nonfiktionale findet vom 14. - 17. März 2019 statt. Informationen zum Motto und zu Modalitäten für Filmeinreichungen erscheinen hier demnächst.


Die Preisträger 2018

Mit einer feierlichen Preisverleihung ging am Sonntag, dem 11.03.2018 die 11. Nonfiktionale zu Ende. Die Jury bestehenden aus der Editorin Anne Fabini; der Leiterin der Dokumentarfilminitiative Köln, Petra L. Schmitz und dem Filmemacher Rainer Frimmel vergab zwei Preise: Zum einen den Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling und zum anderen den AVID-Schnittpreis. Darüber hinaus vergab die Schülerjury des Gymnasium Bad Aibling bestehend aus Johanna Eberlein, Johanna Huber und Daniel Hetzer den Bürgerpreis.


Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling

Den mit 2.000,- Euro dotierte Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling erhielt Sebastian Winkels für seinen Film "Talking Money".

 

Jurybegründung

Was wird das für ein Film, der sich von vornherein auf eine Kameraeinstellung reduziert und auf einen Ort?

Mit Talking Money zeichnen wir einen Film aus, der in einem analytischen Zugriff das Thema „Geld als soziale Kategorie“ setzt und weltweit Banken als Orte des Aushandelns der finanziellen Existenz identifiziert. Filmisch entfaltet sich dann vor unseren Augen ein Kaleidoskop von Mimik und Gesten, ein Spiel von Täuschungen und Selbstdarstellung - oft komisch und erstaunlich, immer gefärbt durch Wiedererkennen. 

Der Zufall als Generator der schönsten dokumentarischen Momente in einer Zeit, wo Auftraggeber und Filmförderer zunehmend Kontrolle über Dokumentarfilme durch vorherige Festlegung einfordern.

 

Wiederholung des Preisträgerfilms am Donnerstag, dem 15.3.18 um 19:30 Uhr.


Lobende Erwähnung

Eine lobende Erwähnung sprach die Jury dem Film "Comeback" von Maximilian Plettau aus.

 

Jurybegründung

Eine lobende Erwähnung möchten wir einem Film aussprechen, der uns durch seine kraftvollen, rohen Bilder und seine Direktheit in den Bann gezogen hat. In dem Film Comeback verfolgen der Filmemacher Maximilian Plettau und der Boxer Jürgen Hartenstein mit hohem Risiko und großem Mut ein Ziel, dessen Ausgang für beide ungewiss ist.

Ein Sieg ist eine Reihe von Niederlagen. Der König unserer Herzen ist Jürgen „The Rock“.


AVID Schnittpreis

Den AVID Schnittpreis in Form einer Media Composer Software erhielt der Film "Fahrtwind" von Bernadette Weigel.

 

Jurybegründung

Zuerst fällt der Blick der Filmemacherin auf ihre eigenen Füße, die sich bewegen, sie forttragen wollen. Und bald schon setzt sie sich in Bewegung. Sie macht sich auf eine Reise ins Unbekannte und sammelt Bilder, die sich zu Vignetten verdichten. Die Schönheit der Fremde wird mit dem Herzschlag der Reisenden unterlegt und es entsteht ein Filmrausch, der spielerisch Bild- und Klangwelten dokumentiert, die gleichermaßen authentische Wiedergabe wie innerliche Erfahrung sind. 

Assoziierende Montage, Rhythmuswechsel und immer wieder der Blick auf die eigenen Füße in wechselnder Umgebung ergeben einen poetisch- subjektiven Reisebericht, dessen Faszination sich der Zuschauer nicht mehr entziehen mag. Der AVID-Schnittpreis des Festivals geht an Fahrtwind von Bernadette Weigel. 


Bürgerpreis

Den von Aiblinger Bürgern gestiftete Bürgerpreis in Höhe von 750,- Euro ging ebenfalls an "Talking Money" von Sebastian Winkels.

 

Jurybegründung

Der Film behandelt, auf eine ganz eigene Weise, ein zeitloses, weltumspannendes Thema: Geld. Jeder kann sich damit identifizieren. „Talking Money“ geht nicht nur tief in persönliche Geschichten rein, sondern entfaltet über die Gestik und Mimik der Protagonisten auch Humor und Witz. Nicht zuletzt dadurch trifft der Film das diesjährige Motto der Nonfiktionale auf den Punkt.



Motto "Sprechende Bilder"

Die Nonfiktionale widmet sich 2018 dem Motto "Sprechende Bilder". Wir nehmen Filme in den Blick, die ihre treibende erzählerische Kraft aus dem Bild schöpfen und dabei auf Interviews, geführte Gespräche und Off-Kommentar als strukturgebende Elemente verzichten. Natürlich wird in den meisten der Filme, die wir bei unserer elften Festivalausgabe zeigen und zur Diskussion stellen, auch gesprochen. Doch das, was sie besonders macht und in ihrer Mannigfaltigkeit eint, ist der filmische Zugang über das Bild, die Beobachtung bzw. die Verdichtung der Geschichte über die Montage. Es sind diese Aspekte, die wir mit unserem diesjährigen Motto in den Fokus rücken wollen.

Aus dieser erzählerischen Entscheidung ergeben sich überaus spannende kreative Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen: Wie lässt sich das Geschehen vor der Kamera so kondensieren, dass der Zuschauer die Orientierung behält? Wie spinnt man den erzählerischen Bogen? Wie werden wesentliche Informationen vermittelt, wenn man sie nicht im Gespräch zwischen Filmemacher und Protagonisten ansprechen kann?

In unserem Programm spannen wir wieder einen Fächer unterschiedlicher Spielarten auf. Die Bandbreite reicht von klassischen beobachtenden Dokumentarfilmen über episodische Filmerzählungen bis hin zu experimentellen Formen.


Kinderprogramm und 360-Grad im Bergwerk

Nach dem erfolgreichen Auftakt bei unserem Jubiläumsfestival, wird es auch 2018 wieder ein Kinderprogramm geben. An drei Nachmittagen zeigen und diskutieren wir Kurzfilme für Kinder im Grundschulalter. 

Auch unsere Kooperation mit dem Jugend- und Kulturtreff JiM's Bergwerk wird fortgesetzt - hier bieten wir in diesem Jahr die Gelegenheit, in die neue, faszinierende Technologie der 360-Grad Filme einzutauchen. Auch im Dokumentarfilm eröffnet sie neue Möglichkeiten; zugleich fordert sie traditionelle Erzählformen und Sehgewohnheiten heraus.