Dreiecksbeziehung

Zwischen Schwarz und Weiß liegen zahllose Nuancen von Grau. In einer immer komplexer werdenden Welt ist es nicht leicht, eine eindeutige Position zu finden. Als dramaturgisches Mittel jedoch ist die Schwarzweißmalerei so altbekannt wie wirkungsvoll.

Während man von Journalisten in der Regel Ausgewogenheit und Überparteilichkeit erwartet, gesteht man Dokumentarfilmern Subjektivität und streitbares Engagement zu. Doch auf welche Weise ergreifen sie Partei für Protagonisten, die in fundamentaler Opposition zueinander stehen? Ist es möglich, ein Vertrauensverhältnis zu zwei Konfliktparteien gleichzeitig aufzubauen, ohne am Ende eine Seite zu verraten? Mit welchen Strategien verorten sich filmische Erzähler im Spannungsfeld gegensätzlicher Standpunkte? Und woran lässt sich ihre Haltung festmachen?

Mit dem Motto Dreiecksbeziehung wollen wir auf die Suche gehen nach Filmen, die sich in unterschiedlicher Weise zwischen Schwarz und Weiß bewegen und einen eigenen, dritten Standpunkt einnehmen. Dabei wollen wir diskutieren, wie man sich als Filmemacher in solchen Beziehungsgefügen verhält. Kann man es sich leisten, offen Position zu beziehen? Will man das überhaupt? Oder ist es sogar das Gebot der Stunde?