Nonfiktionale 2027
Zwischenspiel: "Im Wandel"
4. - 7. März 2027
The Times They Are A-Changin‘ – dass sich die Zeiten ändern, wusste schon Bob Dylan. Nach 18 wunderbaren Festivalausgaben nehmen wir uns 2027 die Zeit auszuloten, wie wir die Nonfiktionale für die kommenden Jahre weiterentwickeln und aufstellen möchten. Und dafür braucht es Zeit.
Weil wir jedoch auf keinen Fall ganz auf das verzichten wollen, was uns auszeichnet, und weil März, Bad Aibling, Dokumentarfilm und inspirierender Austausch für uns untrennbar zusammengehören, laden wir vom 4. bis 7. März 2027 zu einem Zwischenspiel außer der Reihe. Unter dem Motto „Im Wandel“ versammeln wir deutschsprachige Dokumentarfilme, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit Transformation oder Veränderung beschäftigen.
Von Freitagabend bis Sonntagmittag darf man auf ein von uns kuratiertes Programm gespannt sein. Selbstverständlich gibt es im Anschluss an jede Vorführung ausgiebig Raum für Gespräche mit den Filmschaffenden - sonst wäre es ja keine Nonfiktionale -, diesmal aber ganz bewusst ohne Filmeinreichungen, Wettbewerb, Festivalzentrum oder Jurys. Unser medienpädagogisches Programm wird es wie gewohnt auch im kommenden Jahr geben, mit Workshops sowie Schulvorstellungen am Donnerstag- und Freitagvormittag.
Kurzum: Alles wird ein bisschen kleiner, aber umso feiner. Lassen Sie sich überraschen und feiern Sie mit uns den Wandel und dieses besondere Zwischenspiel!
Die Nonfiktionale 2026 - Vielen Dank!
Nach vier intensiven Festivaltagen ist die 18. Nonfiktionale zu Ende gegangen! Wir alle haben die Begegnungen vor Ort, die interessanten Diskussionen und Gespräche sehr genossen! Vielen Dank an alle Filmemacherinnen und Filmemacher, die zu uns nach Bad Aibling gekommen sind und unser wunderbares Publikum, das diese Tage für uns zu einem so tollen Erlebnis gemacht haben.
Impressionen von der Preisverleihung 2026
Preisträgerfilme
Im Rahmen der Preisverleihung vergab unsere Jury, bestehend aus Dagmar Mielke, Max Sänger und Agata Wozniak folgende Preise:
Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling
Der mit 2.000 Euro dotierte Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling geht an:
Tiere und andere Menschen
von Flavio Marchetti
Begründung der Jury:
Da ist die Schimpansin Rosi, die zaghaft ihre Hand durch die Gitter steckt. Oder die Tierpflegerin, die einem Papagei aus einem Kinderbuch vorliest. Aber manchmal kommt jede Hilfe zu spät. Ein Schwan muss eingeschläfert werden. Regisseur Flavio Marchetti erzählt mit viel Empathie von Tieren und anderen Menschen, von ihren Begegnungen und komplexen Beziehungen. Er führt uns behutsam in das Wiener Tierschutzhaus, in dem die unterschiedlichsten Geschöpfe gestrandet sind und wo sie ärztlich behandelt, aufgepäppelt und nach Möglichkeit auch wieder weitervermittelt werden. Nach und nach entfaltet sich das vielschichtige Bild einer Institution, in der sich das Verhältnis von Mensch und Tier in all seiner Ambivalenz ergründen lässt. Ohne Kommentar, ohne Interviews, rein durch die Kraft der dokumentarischen Beobachtung, klug montiert, zieht uns der Regisseur in seine Erzählung. Es sind die kleinen Gesten, Blicke und Sätze, die uns nach der Vorführung nicht aus dem Kopf gehen. Der Film über den Wiener Tierschutzverein beweist, was Kino kann.
Der Film wird am Mittwoch, 18.03. um 19:30 Uhr noch einmal gezeigt!
Südkino Kurzfilmpreis
Der von der Südkino Filmprdouktion gestiftete Kurzfilmpreis in Höhe von 500 Euro geht an
Oro Blanco
Gisela Carbajal Rodríguez
Begründung der Jury:
Das Batteriegold Lithium – ein zentraler Rohstoff für die Energiewende. Die explodierende Nachfrage treibt internationale Unternehmen dazu, den Abbau immer weiter auszudehnen. Was das heißt, erzählt Gisela Carbajal Rodríguez in „Oro Blanco“, „Weißes Gold“. Mit großen Bildern, die uns in die Hochebene der Salinas Grandes entführen, poetisch, aber ohne zu verklären, zeigt sie uns, wie der Rohstoffhunger das Überleben der indigenen Gemeinschaften bedroht. Uns hat beeindruckt, wie behutsam und respektvoll sie ihren Protagonisten Raum gibt. Sie erzählen von ihren Ängsten und von ihrer Kritik, mit großer Stärke vorgetragen. Wir sehen und hören zu. Können den Blick nicht abwenden. Eine klare filmische Botschaft in 23 Minuten, die Verpflichtung, eine nachhaltige Zukunft für alle zu sichern. Sie ist dringlich, in diesen Zeiten mehr denn je.
Bürgerpreis
Der mit 500 Euro dotierte Bürgerpreis wurde von der Schülerjury betehend aus Josefine Ban und Fanny Ostern verliehen an den Film
Stille Beobachter
Eliza Petkova
Begründung der Jury:
Menschen sind hier Randfiguren – was auch am gewählten Filmformat 4:3 liegt. Stattdessen begibt sich die Kamera auf Augenhöhe der tierischen Protagonisten und rückt ganz nah an sie heran. Sie sind hier nicht einfach nur Tiere, sondern der Aberglaube der Dorfbewohnerinnen und -bewohner verleiht ihnen eine tiefere Bedeutung. Dadurch, dass jedes Tier eine eigene musikalische Stimme bekommt, werden sie alle in ihrer Einzigartigkeit herausgehoben. Der Film „Stille Beobachter“ von Eliza Petkova schafft es, uns 95 Minuten lang tief in die Welt der Tiere eintauchen zu lassen, durch ihre Augen zu sehen und eine faszinierend andere Kultur zu erleben.
Wir gratulieren den Preisträgerinnen und Preisträgern ganz herzlich!!
Veranstaltungen 2026
"Checker Tobi" und Antonia Simm live im Aibvision Filmtheater
Als Vorgeschmack auf die Nonfiktionale 2026 gab es am 08. März einen besonderen Auftakt unseres Familienprogramms im Aibvision Filmtheater:
Die Regisseurin Antonia Simm und Tobi Krell führten im Anschluss ein Filmgespräch mit Valerie und Lara, unserem jungen Moderatorinnenteam
Vor dem ausverkauften Aibvision Filmtheater gaben uns Tobi und Antonia Einblicke in die Entstehung des Films “CHECKER TOBI 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde” und ihre Zusammenarbeit bei den Dreharbeiten. Dabei wurden auch viele Fragen unseres jungen Publikums beantwortet.
Die Nonfiktionale bedankt sich bei Antonia und Tobi ganz herzlich für diesen besonderen Tag!
Junge Doks Auftakt: CHECKER TOBI 3 - Die heimliche Herrscherin der Erde
Zum Auftakt unseres Familienprogramms kommen Antonia Simm und Tobi Krell nach Bad Aibling.
Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde
D 2025, 93 Min.
In Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde entdecken Tobi und Marina beim Ausmisten seines Kellers eine alte Videoaufnahme: Darin moderiert der achtjährige Tobi eine selbst erfundene Show über die Erde in unseren Böden – und stellt seine allererste „Checker-Frage“: Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich? Doch Tobi hat die Antwort vergessen. Die Suche nach der Antwort führt ihn in die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars, tief in den Permafrostboden Spitzbergens und auf die Spuren der alten Maya nach Mexiko. Erst als er erkennt, was alle Böden miteinander verbindet – und was das mit uns zu tun hat – kann er seinem größten Herausforderer, sich selbst, eine Antwort geben.
Die Nonfiktionale präsentiert: IM PRINZIP FAMILIE im City Kino München
Am 22. Januar 2026 um 18:00 Uhr wird der Film Im Prinzip Familie von Daniel Abma als München Special im City Kino gezeigt.
Im Prinzip Familie
D 2024, 91 Min.
Im Anschluss an die Filmvorführung wird Festivalleiterin Tamara Danicic ein Gespräch mit Britta Strampe, der Produzentin des Films, führen.
Der Film war Preisträger des Nonfiktionale-Preises der Stadt Bad Aibling 2025. Die Jurybegründung lautete:
Die Gründe für ihren Aufenthalt sind unterschiedlich, doch allen mangelt es an Stabilität, Orientierung und Zuneigung. Was ihre Eltern ihnen nicht zu geben vermögen, versuchen drei Erzieher:innen zu kompensieren, die fünf Kindern in einer Wohneinrichtung in idyllischer Natur ein temporäres Zuhause bieten und dabei im Schichtdienst weitaus mehr leisten als Wäsche waschen, Medikamente verabreichen, Schulbrote schmieren und Telefonate mit Behörden, Bildungsträgern und Eltern führen. Niemals bewertend, sondern stets respektvoll, empathisch und voller Anerkennung für die Ausdauer und Kraft, mit der sowohl die jungen als auch erwachsenen Protagonist:innen ihren Alltag bestreiten, Enttäuschungen, Stress und psychischem Druck standhalten, begleitet der Film diese „Familie auf Zeit“ über mehrere Jahre. Dabei gelingt es Daniel Abma ob der Schwere des Themas, die Ambivalenz des Lebens und die Herausforderungen von Beziehungsarbeit mit großer Leichtigkeit in der Schwebe zu halten.
Wir danken unseren Förderern und Sponsoren!